Laser Tattooentfernung: Kosten, Nebenwirkungen & Ablauf
Tattoos sind vielfach ein sehr beliebter Körperschmuck, mit dem Personen ganz individuelle Erinnerungen, Geschichten und Gefühle verbinden. Verschiedene Gründe können dazu führen, dass der Entschluss für eine professionelle Tattooentfernung fällt. Ziel der Behandlung ist es, dass Tattoo mit möglichst schonenden Verfahren zu entfernen oder zumindest so verblassen zu lassen, bis es mit bloßem Auge kaum mehr zu erkennen ist. Mithilfe der modernen Lasertechnik ist die Tattooentfernung narbenfrei und sehr risikoarm. Um ein Tattoo entfernen zu können, sind in der Regel mehrere Behandlungssitzungen nötig. Eine uneingeschränkte Garantie dafür, dass keine Spuren auf der Haut zurückbleiben, kann zwar nicht gegeben werden, erfahrungsgemäß erzielt die moderne Laserbehandlung jedoch sehr gute Ergebnisse.
Gründe für eine Tattooentfernung
Die Gründe für eine Tattooentfernung sind vielfältig. Einigen Personen gefällt das Tattoo bereits kurz nach dem Stechen nicht, da der Tätowierer unsauber gearbeitet hat oder das Motiv nicht den Erwartungen entspricht. Mit der Zeit kann es vor allem bei Tattoos, die bereits vor vielen Jahren gestochen wurden, passieren, dass diese verblassen oder unscharf und damit unschön werden. Auch körperliche Veränderungen wie eine starke Gewichtsveränderung können das Erscheinungsbild einer Tätowierung beeinflussen.
Ein weiterer potenzieller Grund für den Wunsch nach einer Tattooentfernung stellt ein beruflicher Wechsel dar. Möglicherweise wirkt das Tattoo im neuen Umfeld unpassend und kann nur schlecht von der Kleidung verdeckt werden. Es kann auch ganz einfach vorkommen, dass ein Tattoo mit der Zeit nicht mehr gefällt oder nicht mehr zu den aktuellen Lebensumständen passt. Manchmal möchten die Personen auch Platz für ein neues Tattoo schaffen, da das alte nicht den Vorstellungen entspricht (Cover-up). Auch hierfür eignet sich eine Laserbehandlung, um den Bereich entsprechend vorzubereiten.
Wie wird eine Tattooentfernung durchgeführt?
Es gibt sowohl operative als auch minimalinvasive Verfahren, um Tattoos dauerhaft zu entfernen. Da es primär darum geht, eine möglichst schonende Methode zu wählen, die ein geringes Risiko für Narben beinhaltet, hat sich die moderne Laserbehandlung bewährt und etabliert. Auf dem Markt sind zahlreiche verschiedene Lasersysteme vertreten. In unserer Klinik arbeiten wir mit dem innovativen Piko- und Nanosekundenlaser (Enlighten III). Der Laser gibt Energieimpulse in die Haut ab. Die Dauer der einzelnen Impulse beträgt dabei etwa 550 bis 750 Pikosekunden – das sind 550 bis 750 Billionstel einer Sekunde. Erfahrungsgemäß sind mit diesem Laser weniger Behandlungen als bei bisherigen Lasersystemen notwendig. Durch die verschiedenen Wellenlängen, mit denen der Laser arbeitet, können nicht nur schwarze Linien entfernt werden, sondern alle Tattoofarben.
Zu den chirurgischen Verfahren der Tattooentfernung zählen zum Beispiel Hautabschleifungen oder Gewebetransplantationen. Sie sind meist mit einem höheren Aufwand sowie mit mehr Risiken verbunden als eine Lasertherapie, darunter zum Beispiel Narbenbildungen und Entzündungen. Daher werden diese Verfahren heutzutage nur noch in Ausnahmefällen angewendet.
Ist die Laserbehandlung sicher?
Der Enlighten III von Cutera wurde im Rahmen eines Prüfverfahrens der US-amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA für verschiedene dermatologische und ästhetische Anwendungen freigegeben. Dazu gehört unter anderem die Entfernung von Tätowierungen und die Behandlung gutartiger Pigmentierungen. Auch die Behandlung von Aknenarben ist mit entsprechendem Micro-Lens-Array-Handstück Teil der aufgeführten Anwendungsbereiche.
Durch die Kombination verschiedener Wellenlängen sowie Piko- und Nanosekundenimpulse können unterschiedliche Farbpigmente gezielt behandelt werden. Dadurch eignet sich der Enlighten III besonders für eine moderne, präzise und schonende Tattooentfernung, wenn die Behandlung durch erfahrenes Fachpersonal durchgeführt wird.
Wo liegen die Kosten für eine Tattooentfernung?
Was eine Tattooentfernung kosten wird, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Zum einen ist es natürlich entscheidend, wie groß das zu entfernende Tattoo ist. Je nach Qualität und Farbe des Tattoos variiert die Anzahl der benötigten Behandlungssitzungen, bis das Tattoo nicht mehr sichtbar ist. Somit nehmen auch Qualität und Farbe des Tattoos Einfluss auf den letztendlichen Preis der Entfernung. Im Rahmen des individuellen Behandlungsgespräches kann der Arzt in der Regel sehr gut einschätzen, wie viele Behandlungen in etwa notwendig sind und mit welcher Preisspanne der Patient rechnen sollte.
Ablauf einer Tattooentfernung mit dem Enlighten III
Vor der eigentlichen Laserbehandlung findet ein persönliches Beratungsgespräch statt. Dabei klären wir Sie umfassend über den Ablauf, die Möglichkeiten der Behandlung und mögliche Risiken auf. Sind alle Details besprochen und Ihre Fragen beantwortet, kann die erste Behandlungssitzung erfolgen.
Zunächst wird das zu behandelnde Hautareal gereinigt und desinfiziert. Anschließend wird das Tattoo Schritt für Schritt mit dem Enlighten III behandelt. Die Laserimpulse werden gezielt auf die Farbpigmente gerichtet und zerkleinern diese in feinste Partikel. Diese können anschließend nach und nach vom Körper abgebaut und abtransportiert werden.
Durch die verschiedenen Wellenlängen sowie die ultrakurzen Piko- und Nanosekundenimpulse kann die Behandlung individuell an Farbe, Tiefe und Beschaffenheit des Tattoos angepasst werden. So ist eine präzise und schonende Tattooentfernung möglich.
Wie viele Behandlungen sind notwendig?
Bis das Tattoo nicht mehr auf der Haut zu sehen ist, werden mehrere Behandlungssitzungen notwendig sein. Die Anzahl kann je nach Qualität und Größe der Tätowierung variieren. Auch das Alter und die Farben des Tattoos sind entscheidend dafür, wie viele Laseranwendungen erfolgen müssen, bis das gewünschte Ergebnis eintritt. Nach jeder Behandlung wird das Tattoo etwas blasser werden. Bei sanft beziehungsweise weniger dicht gestochenen Tattoos (z. B. Schattierungen) können teilweise bereits zwei Behandlungssitzungen ausreichend sein. Bei dicht oder eventuell doppelt gestochenen Tattoos sowie bei gecoverten und bunten Tätowierungen sind dementsprechend mehr Behandlungen einzuplanen. Der Abtransport der Farbpartikel dauert etwa sechs Wochen oder länger. Nach dieser Zeit kann der Termin für die nächste Behandlung vereinbart werden.
Ist die Behandlung schmerzhaft?
Das Schmerzempfinden ist von Person zu Person unterschiedlich. Zudem sind manche Körperareale empfindlicher als andere. Für gewöhnlich ist keine Narkose beziehungsweise örtliche Betäubung für eine Tattooentfernung notwendig. Bei einem starken Schmerzempfinden, großen Tätowierungen oder bei Tattoos an sensiblen Körperstellen kann zuvor eine spezielle Anästhesiesalbe aufgetragen werden. Sie macht die Bereiche weniger schmerzempfindlich. Zudem wird immer mit eiskalter Luft während der Behandlung gearbeitet (sog. Kaltluftgerät) und die zu behandelnde Stelle kann vorher mit einem Kühlelement heruntergekühlt und damit vorbetäubt werden.
Nachbehandlung – was gilt es zu beachten?
Die behandelten Hautareale können vorübergehend gerötet und geschwollen sein sowie jucken oder kleine Verkrustungen bilden. Die Patienten sollten keinesfalls an den Stellen kratzen, da dies den Heilungsprozess negativ beeinflussen kann. Bei der täglichen Hygiene ist darauf zu achten, nur klares Wasser oder möglichst milde Seifen in den Behandlungsarealen zu benutzen. Zudem sollten die Patienten beim Abtrocknen recht vorsichtig vorgehen. In den ersten Tagen nach der Laserbehandlung sollten die jeweiligen Stellen ohnehin nach Möglichkeit trocken gehalten werden. Für mindestens vier Wochen ist die Haut vor direkter Sonnenstrahlung zu schützen, um Pigmentstörungen zu vermeiden. Zudem sollte der Bereich regelmäßig eingecremt werden. Sollten sich Blasen bilden, ist es ratsam, diese vorsichtig aufzustechen, sodass das Blasendach erhalten bleibt. Dieses Vorgehen beugt einem unkontrollierten Aufplatzen der Blase vor und vermeidet somit die Bildung einer offenen Wunde.
Mögliche Risiken bei einer Tattooentfernung
Im Allgemeinen handelt es sich bei der Tattooentfernung per Laser um eine vergleichsweise schonende und risikoarme Behandlungsmethode. Dennoch lassen sich Komplikationen und unerwünschte Nebenwirkungen nie vollständig ausschließen. Unmittelbar nach der Behandlung kann es zu lokalen Hautirritationen wie Rötungen kommen. Auch Schwellungen und vorübergehende Spannungsgefühle sind möglich. Größere Nebenwirkungen treten erfahrungsgemäß nicht auf.
Des Öfteren treten Blasen auf. Diese sollten wie oben genannt behandelt werden. Eine neuartige Methode der Tattooentfernung kombiniert den Pikosekundenlaser mit einer fraktionierten Lasertherapie („Fraxel“-Laser). Durch die winzigen „Bohrlöcher“ des „Fraxel“-Lasers in die oberflächlichen Hautschichten wird die Blasenbildung so gut wie vermieden. Diese Behandlungsmethode ist quasi schmerzfrei und bietet dem Patienten einen erhöhten Behandlungskomfort: eine noch geringere Nebenwirkungsrate und eine gesteigerte Effektivität der Tattooentfernung.
Auch helle oder dunkle Pigmentstörungen sind möglich. Bei einigen Personen kann es vorkommen, dass anstelle des Tattoos feine helle Linien in Form des früheren Motivs zurückbleiben. Für gewöhnlich sind sie mit dem bloßen Auge kaum erkennbar. Da die Person jedoch ihr vorheriges Tattoo genau kennt, kann es sein, dass die weißen Stellen für sie selbst noch zu sehen sind. Dies gilt es vor der Laserbehandlung zu berücksichtigen.

